Warum unsere Städte urbane Gärten brauchen – Bambis Beet will (gutes) Leben!

Die Existenz und Zukunft von Bambis Beet, dem großen Mitmachgarten am Stadttheater im Herzen Freiburgs, ist umkämpft. Ein Grund mehr, eine Lanze für Urbane Gärten zu brechen!

Die vergangenen Monate wurde der Garten aus der Planung zur Umgestaltung des angrenzenden Platzes der Alten Synagoge ausgespart. Doch jetzt kam die Fläche über einen ganz anderen Streit in die Schußlinie: Streitpunkt ist, ob und wie für die angrenzende Lokalität, Ex-“Passage 46“, Ex-Ex-“Jackson-Pollock-Bar“, Sitzplätze im Außenbereich geschaffen werden müssen. Auf der Fläche von Bambis Beet, versteht sich. Bei dieser Gelegenheit fiel Gegner*innen des Gartens ein, dass die Fläche ja eigentlich über das Stadttheater der Stadt gehört und folglich in die Umgestaltung einzubeziehen ist. Aus der Badischen Zeitung vom 24. Juli ist zu entnehmen, dass das Architekturbüro „Faktorgrün“ jetzt die „Überplanung“ für die Fläche übernommen hat (Link zum Artikel). „Das Konzept muss fein säuberlich in den Ratsgremien besprochen werden, wir wollen nicht weiter Wildwuchs fördern“, verlangt Kulturliste-Stadtrat Atai Keller. Es werden Gerüchte gestreut, dass der Garten planiert werden soll. Das Stadttheater stellt klar, dass ohne Zustimmung der Leitung des Stadttheaters nicht in die Fläche eingegriffen werden darf. Bambis Beet hat zahlreiche Freunde, die z.B. hier (Link) zu Wort kommen. Wir kommen an einer öffentlichen Debatte über die Zukunft des Platzes der Alten Synagoge und von Bambis Beet nicht vorbei!

Es ist Zeit für eine konstruktive Diskussion über gutes Leben in der Stadt. Ein schöner Anstoß zur Gestaltung von Liveable Citites kam durch den Vortrag von Jahn Gehl (Link zur Veranstaltung).

Hier sind ein paar Gründe, warum Bambis Beet nicht nur erhalten bleiben, sondern Anstoß zu einer Diskussion zu lebenswerten Stadt geben soll, inspiriert vom Urban Gardening Manifest (Link zum Urban Gardening Manifest). In Kürze gibt es dazu eine ausführliche soziologische Begründung, die Aktionsraum- und Nachhaltigkeitsforschung verbindet, in Kooperation mit meiner Kollegin und Freundin Christine Kimpel.

Bambis Beet will und erschafft (gutes) Leben:

– Bambis Beet ist ein öffentlich zugänglicher Aktionsraum für eine lebenswerte Stadt

– Bambis Beet ist ein Gemeingut (Commons), das zum Experimentieren mit Stadtnatur auffordert

– Bambis Beet steht für eine zukunftsorientierte Urbanität, auch in Bezug auf Hitzesommer wie diesen

– Bambis Beet ist ein Lebensraum für Menschen, die ohne Konsumzwang in der Stadtmitte verweilen wollen, sowie für Tiere und Pflanzen, ein ökologischer Trittstein für urbane Biodiversität

– Bambis Beet ist ein urbaner Garten, der Nahrungsmittelproduktion zum Anfassen und Mitmachen, eine Brücke zwischen Stadt und Landwirtschaft

– Bambis Beet steht für eine neue Kultur des Teilens und des Miteinanders

– Bambis Beet ist eine permanente, lebendige Kunstinstallation, die Fragen aufwirft zu Ernährungssouveränität und Saatguterhalt

– Bambis Beet ermöglicht alltagspraktisches Lernen zu Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein

– Bambis Beet ist unser Garten!