Kinder beim Einpflanzen, Begegnungsoase St. Christoph, Freiburg, 2016-08, © J. Lay-Kumar

Hochsommerliche Aktionstage im August: Bänke, Blumen und Kräuter für die Begegnungsoase St. Christoph

Nachdem wir Anfang August vier Hochbeete für den interkulturellen Garten „Begegnungsoase“ in der Flüchtlingsunterkunft St. Christoph in Freiburg gebaut hatten, haben wir zwei Wochen später die ersten Bänke gebaut – damit zur Oase auch der Begegnungsaspekt kommt. Ausgestattet mit japanischer Holzsäge, Akkuschrauber, Zollstock und Schrauben machten eine meiner Mitstreiterinnen und ich uns daran, Bänke an die Hochbeete zu bauen. Wir hatten reichlich zugesägte Bretter und eine Idee, wie es ausschauen sollte. Los ging es, umrundet von vielen Kinder, die auch sägen, bohren und halten wollen, und einigen Bewohnern. Vier syrische Männer gehören mittlerweile zum festen Aktionsteam, sie packen bei jeder Gartenaktion kräftig an. Die japanische Holzsäge hat sie besonders begeistert und so war die viereckige Bank in kürzester Zeit aus langen Bretter zurecht gesägt. Innerhalb von drei Stunden haben wir vier Bänke gebaut, die auch gleich von den Bewohner*innen eingesessen wurden. Wir hatten auch noch ein paar kleine Johannisbeersträucher übrig, die in den Beeten Platz gefunden haben. Schade, dass die dieses Jahr keine Früchte mehr tragen, fanden die gärtnernden Kinder!

Gleich eine Woche später haben wir einen weiteren Aktionstag gemacht. Uns war aufgefallen, dass in den Hochbeeten noch viel Platz war. Und die unbedeckte Erde trocknet ja in der prallen Sommersonne schnell aus, was den Gießaufwand erhöht. Außerdem hatten wir beim ersten Pflanztag viele Sträucher gepflanzt, die nächstes Jahr zum ersten Mal Früchte tragen werden, aber kaum blühende Pflanzen. Da es uns ein großes Anliegen ist, den ehemalig vernachlässigten Flecken zwischen den Häusern nicht nur in einen Nutzpflanzengarten, sondern in eine duftende Oase zu verwandeln, entschieden wir uns, mit blühenden und duftenden Pflanzen aufzustocken. An einem heißen Sommertag ließen wir uns zunächst in der nahegelegenen Gärtnerei Hügin beraten und inspirieren. Zwischen Fußballfeld und Parkplatz findet sich dieser wundervoll gestaltete Ort, der schon durch seine ästhetische Gartengestaltung zum Besuch einlädt. Die Beratung von Ewald Hügin und seinem Team ist wirklich beeindruckend: Die Mitarbeiterin, die uns beriet, wollte genau verstehen, was es mit unserem Gartenprojekt auf sich hat und welche Pflanzen für diese Gegebenheiten ideal sind. Also: Sonne und temporäre Trockenheit vertragende, farbenprächtige, möglich duftende Pflanzen, die ungiftig und robust sind, bitte! Ich bekomme nicht mehr zusammen, was wir alles mitgebracht haben: Sukkulenten aus der Familie der Hauswurze für den Steingarten, für die Kräuterspirale Ananassalbei, Zitronenthymian und Nanaminze, und farblich abgestimmte Blumen für die vier Hochbeete: eins gelb, eins rot, eins rosa, eins blau-violett.

Was mich an diesem Tag besonders gefreut hat, war, dass nicht nur viele Kinder, sondern auch erwachsene Bewohner*innen in Windeseile kamen und mitmachen wollten. Ein Mann fragte gleich nach meiner „Freundin mit der Säge“, denn er wollte noch mehr Bänke bauen. Den Akkuschrauber würde er auch besorgen, zeigte er mir mit Gesten. Leider erst beim nächsten Mal wieder! Auch ein Mädchen erzählte uns, ihrer Mutter gefielen die Bänke so gut und sie würde gern noch mehr sehen. Ich bat sie, dass ihre Mutter vorbeikommt und erklärt, wie sie die Bänke am liebsten hätte und wo sie stehen sollten. Kurz darauf stand eine Frau vor mir, die ich bislang noch nicht kannte, und zeigte mir schüchtern, welche Bänke sie sich wünscht. Es ist die Eckbank, die sich über zwei Seiten des Feigenbaumbeets zieht. Wunderbar, wir werden diese Anregung mit in die nächste Bauphase nehmen. Aber dann wurde trotz Mittagshitze  – um die 35 Grad auf dem sonnigen Platz – gepflanzt und gegossen, bis alle Pflanzen versorgt waren und alle Helfer*innen eine Abkühlung brauchten!